

Wenn die Spannung des Moments durch das Bild spricht
Heute bin ich beim Durchstöbern meines Archivs auf ein Bild gestoßen, das mir nicht aus dem Gedächtnis gehen wird: Ein Tiger, der einen Sambar Hirsch als Beute identifiziert hat und zielstrebig auf ihn zugeht. Die Spannung und die Hoffnung auf eine erfolgreiche Jagd standen ihm im Gesicht geschrieben – jeder Muskel angespannt, jeder Blick fokussiert.
Dieses Bild erinnert mich daran, wie intensiv ich damals hinter dem Sucher meiner Kamera saß, wie ich den Herzschlag der Wildnis gespürt habe. Auch für uns Fotografen ist die Jagd ein eigenes Abenteuer: Wir jagen nicht, um zu töten, sondern um zu beobachten, zu fühlen und einzufangen. Wir fiebern mit dem Tier mit, erleben die gleiche Spannung, die Instinkte und Emotionen der Tiere – und manchmal fühlt es sich an, als würden wir selbst Teil dieser Jagd werden.
Wenn ich heute dieses Foto anschaue – die glasigen Augen, der leicht geöffnete Mund, die gespannte Körperhaltung – kann ich direkt erahnen, was in seinem Kopf vor sich ging. Es ist diese Mischung aus Wildheit, Konzentration und Hoffnung, die solche Momente für mich so unvergesslich macht.
Bald geht es weiter: Übermorgen fliege ich nach Madagaskar, um dort ganz andere Tiere zu fotografieren. Und während ich mich auf dieses neue Abenteuer freue, erinnere ich mich daran, dass es jedes Mal ein Privileg ist, solche Augenblicke in der Natur zu erleben – und später am Computer noch einmal zu durchleben. Für dieses Leben, das ich mir selbst erschaffen habe, bin ich zutiefst dankbar.
Ab nächster Woche werde ich dann von der Wildnis Madagaskars berichten und hoffe, dass wir dort ebenso spannende Begegnungen erleben wie in Indien.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!
