

Die Sonne in den Augen des Königs: Ein philosophischer Blick auf die Wildnis
In den Überlieferungen alter afrikanischer Völker heißt es oft, dass die Sonne ihre gewaltige Kraft des Nachts in den Augen der Löwen versteckt, damit das Licht der Welt niemals ganz erlischt. Wenn du – so wie ich in diesem magischen Moment – nur zwei Meter von dieser ungefilterten Majestät entfernt stehst, wird aus dieser Sage eine vibrierende Realität. Es ist kein gewöhnliches Sehen; es ist ein tiefes Erkennen, das bis in die eigene Seele dringt. Die bernsteinfarbenen Augen dieses Löwen strahlen eine Ruhe aus, die so alt und unerschütterlich ist wie der afrikanische Kontinent selbst.
Ich schätze mich unendlich glücklich, in all den Jahren meiner intensiven Fotosafaris mehreren tausend Löwen in der freien Wildnis begegnet zu sein. Doch die Faszination nutzt sich niemals ab. Jede einzelne Begegnung ist ein Geschenk der Natur, ein stiller, ehrfürchtiger Dialog zwischen Mensch und Tier. In der Tierfotografie suchen wir oft nach technischer Perfektion, doch hier, in diesem extremen Nahbereich, geht es um etwas viel Größeres: Es geht um reine Präsenz. Es ist die Anwesenheit eines Wesens, das keine Masken trägt und dessen Blick absolute Aufrichtigkeit fordert.
Dieses Bild ist mehr als eine fotografische Aufnahme; es ist ein Zeugnis der Verbundenheit. Es erinnert uns daran, dass wir als respektvolle Gäste in ihrer Welt weilen. Die Eleganz und die rohe Kraft, die in diesen Zügen liegen, sind künstlerische Meisterwerke der Mutter-Natur. Ich freue mich bereits jetzt darauf, im neuen Jahr in meinen kommenden Fotoworkshops wieder gemeinsam mit dir in diese Welten einzutauchen. Wir werden dort stehen, wo die Geschichten der Ahnen noch immer im Wind flüstern, und versuchen, die Seele der Wildnis in unseren Bildern zu verewigen.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
