Die Zeitschrift "NEWS" in Österreich berichtet in der Ausgabe 17. August 2006 über Benny Rebel und sein Buch "UNGEZÄHMT"

Tierische Models

TIERFOTOGRAFIE

Der Naturfotograf Benny Rebel gilt als Bester seiner Zunft. In seinem neuen Buch lässt er Leoparden, Löwen & Co wie Models agieren. Und die machen gerne mit- denn Tiere sind neugierig und eitel.

Nahaufnahme.

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Für seine Tierpporträts riskiert Fotograf Rebel Kopf und Kragen- und liefert sensationelle Bilder.

Wenn man ihn in der Savanne endlich einmal sieht, ist es meistens schon zu spät. Der Leopard gilt zu Recht als die geheimnisvollste und gefährlichste Raubkatze der Welt. Und als eine der neugierigsten, wie Naturfotograf Benny Rebel beweist. Denn für seinen neuen Bildband "Ungezähmt" (Herbig Verlag) ging der heute in Deutschland wohnende Iraner völlig schutzlos hautnah mit der Kamera zu den unberechenbaren Tieren.
Für seine Begleiter der helle Wahnsinn, für den Leoparden eine interessante Begegnung. Für Rebel spielte er minutenlang mit dem Objektiv und warf sich für die Fotos regelrecht in Positur- ganz so wie ein zahmes Hauskätzchen. Dagmar Schratter, stellvertretende Direktorin des Wiener Tiergartens Schönbrunn: "Der Leopard zeigt sich vom Fotografen völlig unbeeindruckt. Das sieht man an seiner Ohrenstellung, von Angriff keine Spur. Aber er ist aufmerksam und möchte wissen, was er da vor seinem Maul hat."

Löwen machen Männchen.
Auch der König der Tiere funktioniert vor Rebels Kamera wie eine Hauskatze. Neugierig wird das Objektiv begutachtet, und dann werfen sich die Raubkatzen regelrecht in Pose- vor allem Jungtiere und Männchen. Zusätzliche Gefahr für den Fotografen: Löwen leben als einzige Raubkatzen in Rudeln, da wird aus Spiel schnell Ernst. Doch Rebel war den Löwen sichtlich sympatisch, denn er konnte sie sogar beim Fressen und Spielen fotografieren. Schratter: "Fangspiele und Rangeleien faszinieren bei den Löwen Jungtiere und Erwachsene . Trotzdem ist es erstaunlich, wie der Fotograf so Tief in das Rudel eintauchen konnte, um diese Aufnahmen zu erhalten."

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Zwei Tonnen Urgewalt.
Nashornkühe mit Jungtieren sind "tickende Zeitbomben". Schom eine falsche Bewegung reicht aus, und das über zwei Tonne schwere Tier greift kompromisslos an. Und Nashörner haben schon Elefanten in die Flucht geschlagen oder Löwen getötet. Gerade die Unberechenbarkeit dieser Kolosse war für Rebel Anreiz, den Tieren hautnah auf den Stoßzahn zu fühlen. Bis auf drei Meter wagte sich der Fotograf an die Nashornkuh heran - zu Fuß, ohne schützendes Autoblech. Schratter: "Das Tier zeigt bereits eine leichte Angriffshaltung, weil die Ohren schon nach vorne gerichtet sind. Da Rebel noch lebt, dürfte er dann alles richtig gemacht haben. Selbst erfahrene Wildhüter kommen an diese Tiere nie so nah heran."

Auch den als aggressiv bekannten Nilpferden, Geparden und Fluchttieren, wie dem Strauß oder dem Kapborstenhörnchen konnte Rebel bis auf wenige Zentimeter nahe kommen. Schratter: "Tiere erkennen die Stimmungen von Menschen und reagieren dementsprechend. Und diese Aufnahmen wären nicht entstanden, wenn die Tiere den Fotografen nicht als harmlos eingestuft hätten."

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