Neue Presse 15.11.2012

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AFRIKA ZU HAUSE: In Ricklingen hat Rebel viele seiner Bilder aufgehängt.
15.11.2012 von Maren Weitz

Benny Rebel: Auge in Auge mit dem Raubtier

Er ist „süchtig nach Afrika“ und liebt wilde Tiere: Tierfotograf Benny Rebel (44) aus Ricklingen hat bereits viele Preise gewonnen. Zurzeit kämpft er für den Schutz von Nashörnern. „Sie sind meine Kinder“, sagt er.
Hannover.

Benny Rebel kniet auf dem staubigen Boden Südafrikas, aus einem Meter Entfernung faucht ihn ein Löwe an. Kein Zaun, kein Graben schützen ihn vor dem Raubtier. Die Nase hat die Löwendame in Falten gelegt, die spitzen Reißzähne sind zu sehen - nur eine Kamera befindet sich noch zwischen Tierfotograf und Raubkatze. Ein Hieb mit der Pranke würde genügen, der 44-Jährige wäre eine leichte Beute. Nervenkitzel? Adrenalinkick?
„Nichts davon. Angst habe ich eigentlich nie. Wenn ich es mit der Angst zu tun bekomme, bin ich zu weit gegangen“, sagt Rebel und lächelt. In den vergangenen 20 Jahren waren sie alle hinter ihm her: Löwen, Leoparden, Berggorillas, Nashörner. Rebels Geheimnis: „Du musst genau beobachten und auf deine innere Stimme hören.“

Jahrelang hat er die Körpersprache von Tieren studiert. In seiner Wohnung in Ricklingen steht ein ganzes Regal voller Bücher über Tiere und ihr Verhalten. „Jedes Tier reagiert anders. Löwenmännchen werden schnell aggressiv, sind aber Angsthasen. Die lassen sich mit Lärm schnell in die Flucht schlagen“, weiß er. Manchmal hilft ein Trick: Bei einer Tour mit seiner Frau wurde er von einem jungen Elefantenbullen attackiert. „Ich habe den Motor aufheulen lassen, das klingt wie das Brüllen von Löwen in der Ferne. Der Bulle ist abgedreht, ich war für meine Frau ein kleiner Held“, freut sich der ausgebildete Ranger.

Ein Tierfreund ist er seit seiner Kindheit. Seine erste Liebe war eine weiße Taube in seiner Heimat Iran. Als kleiner Junge zog er mit den Pfadfindern durch die Berge, fing dabei Schlangen und brachte sie mit nach Hause. „Meine Familie war nicht begeistert. Alle verließen dann Hals über Kopf das Haus“, erinnert sich Rebel. Wenig begeistert waren seine Eltern auch von Rebels Berufsziel Tierfotograf. Sie hätten sich gewünscht, dass er Ingenieur wird.

Doch seine Afrika-Leidenschaft, die mit Filmen in seiner Kindheit geweckt wurde, ließ ihn nicht mehr los. Mit 20 Jahren reiste er das erste Mal nach Uganda. „Seitdem bin ich afrikasüchtig“, gesteht der mehrfach ausgezeichnete Fotograf. Mit seinen einmaligen Aufnahmen, setzt sich Rebel für den Tierschutz ein. Eines seiner aktuellen Projekte ist der Schutz der Nashörner. „Die Hörner werden in der chinesischen Hokuspokus-Medizin verwendet. Viele Tierarten leiden unter dem Reichtum der Chinesen“, sagt Rebel, der seit 20 Jahren gegen Wilderei kämpft, „wenn ich Nashornbabys in der Natur sehe, denke ich, das sind meine Kinder.“
3 Rebel bietet Fotosafaris an, Mitte Februar geht es nach Tansania und Ruanda. Die Teilnehmerzahl ist auf neun begrenzt.

Infos unter „www.benny-rebel.de“.

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