“d-pixx” – Ausgabe 03 / 2006

d-pixx widmet Benny Rebel acht Seiten und veröffentlicht ein Interview mit dem Tierfotografen

Besuch beim Profi

Ganz nah an wilden Tieren

Als Tierschützer begann er, Tiere zu fotografieren, um sie in ihrem Lebensraum zu zeigen. Dann stellte sich heraus, dass diese Bilder ein guter Weg waren, um die Betrachter zu Hause für die Ideen des Tierschutzes zu interessieren. Und so wurde aus dem Tierschützer Benny Rebel der Tierfotograf Benny Rebel...

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15 Fragen an Benny Rebel

? Wenn man einige Bilder auf diesen Seiten anschaut, fragt man sich, ob es eine Versicherung gibt, die Sie aufnimmt?

! Ja, ich habe eine Kameraversicherung für meine Ausrüstung.

? Hatten Sie schon einmal Angst bei den Aufnahmen?

! Es kommt sehr selten vor, dass ich es mit der Angst zu tun bekomme, denn ich weiß, was ich tue. Ich kenne das Verhalten der Tiere, und weiß, wann es wirklich gefährlich werden kann. Richtig gefährliche Situationen meide ich natürlich. Ich bin ja nicht lebensmüde! Aber ein gewisses Restrisiko gibt es immer.

? Welche Tiere fotografieren Sie am liebsten?

! Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Ich möchte mit meinen Bildern für den Schutz der gefährdeten Arten werben und auf die Probleme der Tiere aufmerksam machen.

? Welches Erlebnis mit einem Tier hat Sie am meisten beeindruckt?

! Bei der letzten Filmproduktion fürs deutsche Fernsehen in Südafrika begegnete ich einem sieben Tage alten Nashornbaby, das wie ein junger Hund herumtollte. Es war wunderbar, dieses niedliche Wesen zu beobachten...Ich habe vor vielen Jahren mit verschiedenen Umweltschutzorganisationen für den Schutz der Nashörner gekämpft, als sie stark vom Aussterben bedroht waren. Dieses Nashornbaby war die Frucht unserer gemeinsamen Arbeit für den Tierschutz!

? Wie kamen Sie zur Tierfotografie?

! Als Tierschützer bereiste ich früher viele Länder der Welt. Nach meiner Rückkehr veranstaltete ich immer kleine Diashows für meine Freunde und Bekannte. Ich stellte fest, dass Fotos dazu beitragen können, das Interesse der Menschen für die Tierwelt zu wecken, und dass man mit Bildern für den Naturschutz werben kann. Das war meine Motivation, mir die Fotografie professionell anzueignen. Und siehe da: es hat wunderbar funktioniert!

? Woher wissen Sie,wo und wann Sie welche Tiere fotografieren können?

! Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit Tieren und ihrem Verhaltensmuster. Dieses Wissen ist das Wichtigste für jeden Tierfotografen! Wenn ich im Voraus erahnen kann, was das Tier als nächstes tun wird, bleibe ich länger am Leben und bin immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle.

? Leben Sie im Zelt?

! Ja, ich zelte liebend gern in der Wildnis.

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? Wie lange mussten Sie schon warten, bis Sie endlich zu Ihren Aufnahmen kamen?

! Für manche Aufnahmen brauchte ich bis zu zwei Jahre, bis ich die Bilder aufnehmen konnte, die zuvor in meinem Kopf entstanden waren.

? Wie sieht Ihre Ausrüstung aus?

! Sie verändert sich ständig. Zur Zeit fotografiere ich unter anderem mit drei digitalen Spiegelreflexkameras und einer Bridgekamera und Objektiven vom Superweitwinkel bis zu großen Teles. Einige Objektive haben Bildstabilisatoren, die ich sehr schätze. Dazu kommen noch Makroobjektive etc. Auf Reisen nehme ich einen Laptop und mehrere externe Festplatten zur Datensicherung mit. Dann habe ich einige selbstgebastelte Gegenstände, die es nicht zu kaufen gibt. Sie helfen mir bei meinen Trickaufnahmen.

? Wie viele Akkus und Speicherkarten haben Sie dabei?

! Es sind 15 Akkus für alle Kameras. Speicherkarten für den Tagesbedarf sind 12x 1- GByte- Compactflash- Karten plus ein X- Drive mit 120 GByte Speicherkapazität.

? Wie werden Sie mit dem Staub fertig?

! Bis jetzt habe ich das Gröbste mit einem großen Blasebalg weggepustet. Einige Staubkörner sind hartnäckig, und dafür habe ich jetzt den Sensor Swab gekauft. Ich habe ihn schon mal ausprobiert, und es funktioniert...

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? Verwenden Sie Filter?

! Seit 2003 fotografiere ich nur noch digital. Also sämtliche Trickfilter, die ich früher verwendet habe, sind nun überflüssig geworden. Heute benutze ich nur noch einen guten UV-Filter und manchmal einen Pol-Filter. Ansonsten nichts mehr.

? Was muß auf jeden Fall mit auf eine Fotoreise (neben der Fotoausrüstung, Kleidung und Zahnbürste)?

! Ein Tierbestimmungsbuch und mein Überlebensgürtel, der Folgendes beinhaltet: Eine Dose Pfefferspray, um sich gegen böswillige Menschen oder z.B. aggressive Paviane zu wehren. Ein Multitool, das 21 Werkzeuge auf kleinstem Raum unterbringt, eine kleine LED- Klemmtaschenlampe, ein GPS-Gerät, ein Feuerzeug und mehrere Stecknadeln, die im Überlebenskampf als effektive Waffen eingesetzt werden können. Zu guter Letzt ist die Innenseite des Gürtels mit einem Längsreißverschluss versehen, hinter dem ich immer meine Reisechecks, Bargeld und eine Kopie meines Ausweises aufbewahre.

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? Sie unterstützen sehr aktiv und zielstrebig das Tiger-Projekt. Warum gerade Tiger?

! Tiger sind akut vom Aussterben bedroht. Über 50% der Tigerbestände in Indien sind innerhalb der letzten 3 Jahre gewildert worden. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden die Tiger bald in Indien ausgerottet sein. Aus diesem Grund haben die Stiftung Weltbevölkerung und ich zusammen das Projekt "Mensch und Tiger" ins Leben gerufen, um den Menschen vor Ort zu helfen, ihre Naturschätze zu schützen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf meiner Homepage: www.benny-rebel.de (Bindestrich mit eingeben!).

? Bei den vielen guten Bildern in ihrem Archiv würde es sich doch anbieten, einen Bildbband herauszugeben...?

! Das passiert tatsächlich. Ende Juni erscheint mein erstes Buch mit dem Titel "Ungezähmt" im Herbig-Verlag.

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