
Warum manche Karrieren besser auf Fotos enden
Es gibt Momente im Leben, in denen man kurz glaubt, jemand völlig anderes zu sein. Bei mir war das auf Kuba. Ich saß an einem Tisch voller Zigarren, in meiner Hand das Hauptwerkzeug echter Zigarrenarbeiter – diese beeindruckenden Messer, irgendwo zwischen Machete und Mythos. Auf meinem Kopf ein Cowboyhut, im Mund eine brennende Zigarre, im Hintergrund kubanische Flaggen. Mein Blick ernst. Sehr ernst.
Für einen Augenblick dachte ich: Vielleicht hätte ich ein erfolgreicher Zigarrenbaron werden können. Einer von denen, die mit ruhiger Hand Rollen formen, Macht ausstrahlen und Rauchzeichen in die Geschichte blasen.
Die Wahrheit ist: Nach wenigen Minuten war klar, dass mir weder der Duft von Tabak noch die Aura des Zigarrenimperiums wirklich lagen. Zigarren rollen ist eine Kunst. Eine sehr ehrwürdige. Aber meine Hände wollten etwas anderes. Sie wollten eine Kamera halten. Licht suchen. Momente einfangen.
So endete meine Karriere als Zigarrenbaron schneller, als eine Zigarre abbrennt. Dafür begann – oder bestätigte sich – etwas anderes: Meine Leidenschaft für Fotografie, für Naturfotografie, für Fotoreisen und Fotosafaris. Dort fühle ich mich zu Hause. Dort darf ich ernst schauen, ohne mich zu verstellen.
Man muss im Leben nicht alles ausprobieren. Aber manches kurz – um zu wissen, was man wirklich ist.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!