
Wie ein Lichtstrahl in der Nacht den Weg zum eigenen Glück weist

Manchmal begegnen uns in der Dunkelheit jene Augenblicke, die uns zurück ins Licht führen. Ein einzelner Büffel, nur vom Schein einer Taschenlampe berührt, steht im nächtlichen Raum wie ein Monument der Freiheit – roh, stark, ungeschminkt. Es ist ein Foto und zugleich ein Kunstwerk, das ich in diesem Jahr auf meiner Fotoreise in Sambia erschaffen habe. Jedes Mal, wenn ich dieses Bild betrachte, spüre ich wieder das Abenteuer, die Spannung und das Glück, das mich in jenem Moment durchströmte. Dann wird mir bewusst, wie privilegiert das Leben ist, das ich mir selbst aufgebaut habe – und ich bin dankbar und stolz darauf.
In solchen Momenten erinnere ich mich daran, worauf es im Leben wirklich ankommt: dem eigenen Herzen zu folgen, entschlossen und ohne Ausflüchte. Ein Lebenskonzept zu wählen, das nicht von Pflicht und Erwartungen geprägt ist, sondern von Erfüllung.
Ich habe früh verstanden, dass Glück nicht aus Sicherheit entsteht, sondern aus dem Mut, den eigenen Traum zu leben. Dass Zeit nicht mit Geld aufgewogen werden kann. Und dass unser Leben zu kurz ist, um es mit Tätigkeiten zu füllen, die uns innerlich leer zurücklassen.
Es gab in meinem Leben unzählige Angebote für Tätigkeiten, mit denen ich deutlich mehr hätte verdienen können. Wege, die bequemer wirken, wirtschaftlich sinnvoller oder gesellschaftlich angesehener. Doch jeder dieser Wege führte weg von dem, was mich im Innersten lebendig macht. Also entschied ich mich immer wieder bewusst für den Pfad, der mich erfüllt – für die Fotografie, die Kreativität, die Reisen, die Wildnis und die Nähe zu dem ungezähmten Leben dieser Erde.
Wenn ich heute in der Savanne stehe und mit nichts weiter als einer einzigen Taschenlampe und einer Kamera ein Bild forme, das wirkt, als wäre es in einem Studio entstanden, dann spüre ich nicht nur die Freude über eine Technik, die ich über Jahre entwickelt habe. Ich spüre das tiefe Glück, meine Lebenszeit dort zu verbringen, wo meine Seele frei atmen kann.
Die Kamera ist für mich kein Werkzeug der Arbeit. Sie ist ein Spielzeug, ein Schlüssel, eine Einladung. Jeden Tag aufs Neue darf ich wie ein kleiner Junge spielen: kreieren, staunen, entdecken. Ich arbeite nicht – ich lebe. Und irgendwann zahlt das Leben sogar dafür.
In diesem Spiel liegt Abenteuer. In jedem Bild liegt ein Hauch Kunst. In jedem Augenblick ein Funke Sinn. Und genau das macht meine Lebenszeit wertvoll.
Diese Erkenntnis möchte ich mit euch teilen, Freunde da draußen: Lebt nicht nur, um am Leben zu bleiben. Lebt so, dass euer Leben ein Zuhause wird und kein Wartesaal. Der zusätzliche Luxus, der höhere Kontostand, die nächste Überstunde – all das bringt uns selten das, wonach wir wirklich suchen.
Wir brauchen nicht mehr Besitz. Wir brauchen mehr Zeit. Mehr Nähe. Mehr Abenteuer und wundervolle Erlebnisse. Mehr Momente, die uns erfüllen. Mehr Augenblicke, in denen wir uns selbst wiederfinden und dabei Glück empfinden.
Kein kluger Mensch wird am Sterbebett sagen: Ich wünschte, ich hätte mehr Überstunden gemacht. Ich wünschte, mein Konto wäre voller gewesen.
Er wird vermutlich sagen: Ich wünschte, ich hätte mehr von dieser wunderschönen Welt gesehen. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit mit meinen Liebsten verbracht.
Wenn es euch möglich ist, auch nur ein kleines Stück eurer Lebensgestaltung zu verändern – hin zu dem, was euch Freude schenkt – dann tut es. Lasst euer Herz wieder sprechen. Lasst euren inneren Kompass neu ausschlagen. Und folgt ihm, so weit ihr könnt.
Denn Lebenszeit ist das kostbarste Gut, das wir besitzen. Und sie verdient es, in Freude investiert zu werden.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!
