Nobilis 1-2 2012

Auge in Auge mit der Wildnis

 "Die beste Entscheidung meines Lebens", sagt Benny Rebel zu seiner Hochzeit mit Miriam in Südafrika.

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Er macht spektakuläre Bilder und ist international ausgezeichnet. Hannovers Tierfotograf Benny Rebel traut sich so nah an wilde Tiere wie kaum ein anderer. Jetzt hat er sich auch privat getraut – eine Hochzeit mitten in der Wildnis.


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„Ich tue das, wofür mein Herz schlägt“, sagt Benny Rebel und lächelt. Der international bekannte Tierfotograf, der in einer schönen Wohnung in Hannover-Ricklingen zu Hause ist, hat es geschafft. Er hat in den vergangenen Jahren zahlreiche wichtige Preise erhalten, hat sich einen Namen gemacht als Profi der Fotografie, hat viel beachtete Bücher geschrieben und ist schon bei unzähligen Talkshows zu Gast gewesen. Eines hatte und hat er dabei immer fest im Blick: Sein wichtigstes Anliegen, den Schutz von Umwelt und Natur, zu unterstützen.

Nobilis-Rebel_Seite_1„ Der Mensch schützt nur das, was er liebt“, glaubt Rebel. Deswegen möchte er die Menschen mit seinen Bildern im Innersten berühren. Er wagt sich so dicht es eben geht und unter Einsatz seines Lebens an gefährliche Tiere wie Leoparden, Löwen, Krokodile und Elefanten heran. Jederzeit könnten sie auf ihn losgehen, ihn verletzen oder gar töten. Diese besondere Perspektive verstärkt der Fotograf durch ein voll aufgedrehtes Weitwinkelobjektiv. Die Botschaft kommt an.

Immer wieder fasziniert Benny Rebel die Menschen mit seiner Live-Multimedia-Show, „Mein Abenteuer Wildnis – Erlebnisse eines Tierfotografen“, und erfährt nach den Veranstaltungen große Resonanz. Der eine oder andere werde sich dann vielleicht auch bei einer Tier- oder Umweltschutzorganisation engagieren oder diese finanziell unterstützen, hofft der Fotograf. Und das wäre für den hochgewachsenen, schlanken Mann eigentlich der höchste Lohn. Er selbst bringt sich in seiner knapp bemessenen Freizeit bei Greenpeace, der Heinz-Sielmann-Stiftung, dem World Wide Fund for Nature (WWF) und vielen weiteren Organisationen ehrenamtlich ein. Und doch hat der gebürtige Iraner noch viele weitere Pläne und einige spannende Vorhaben in konkreter Planung. Derzeit etwa bereitet er ein Großprojekt vor: Für mehrere deutsche Fernsehsender hat er zusammen mit einem zehnköpfigen Team acht Wochen lang sein Heimatland, den Iran, bereist und dort Material für mehrere umfangreiche Dokumentationen gesammelt.

„Es war eine Mammut-Aufgabe, die anstrengendste Reise meines Lebens. Aber ich bin sicher, es hat sich gelohnt“, erzählt der engagierte Naturschützer, der in seiner Heimat Bären, Wölfe, Leoparden und asiatische Geparden vor die Linse bekommen hat – eine Sensation! Die Filme werden im Frühjahr 2012 ausgestrahlt und zeigen die bei uns völlig unbekannte Flora und Fauna des Landes. „Wir wollen die riesige und spektakuläre Vielfalt des Iran dokumentieren.“ Dort gebe es nämlich alles, was unser Planet zu bieten habe, erzählt Benny Rebel begeistert: „Sommergrüne Regenwälder ebenso wie riesige Gebirgszüge, Buschlandschaften und Savannen. Dazu etliche Tierarten, die ausschließlich im Iran beheimatet sind.“

Nobilis-Rebel_Seite_3All dies hat der 42-Jährige in drei aufwändigen Recherchereisen im Vorfeld herausgefunden und hat damit die Redaktionen der Sender von seinem Vorhaben überzeugt. Benny Rebel kennt das Land bestens. Er ist dort geboren und aufgewachsen und kam erst 1987 zum Maschinenbau Studium nach Hannover. Schon als Kleinkind habe er Tiere vergöttert. „Bereits mit drei Jahren habe ich mich in die weiße Taube meines Cousins verliebt“, erinnert er sich schmunzelnd. Mit den wilden Tieren, z.B. Schlangen, die er damals von seinen ausgedehnten Streifzügen durch die Natur nach Hause mitbrachte, habe er seine Familie regelmäßig in die Flucht gejagt. Bis seine Mutter ein Einsehen hatte und dem Knirps das Halten von „Haustieren“ in zwei separaten Räumen erlaubte. Hier flatterten Zebrafinken, Wellensittiche und Kanarienvögel – und mittendrin stand Bennys Bett.

Zwar hat heute in seinem Leben, das, wie er sagt, nur aus „14-Stunden-Arbeitstagen“ besteht, ein Haustier keinen Platz mehr, doch der Wahl-Hannoveraner erholt sich immer noch am liebsten in der Natur. So hat er auch seine Frau Miriam in Afrika geheiratet: „Es war eine Traumhochzeit.“ Zusammen mit einer Gruppe von Freuenden, Verwandten, afrikanischen Artisten und Wildhütern haben die beiden die Traumhochzeit in der südafrikanischen Wildnis an einem Wasserloch gefeiert. „Es war in der Tat der schönste Tag unseres Lebens!“ Ein afrikanischer Priester ist aus 200 Kilometer Distanz angereist, um das Paar an diesem speziellen Wasserloch zu trauen – ebenso die Gruppe der Artisten, die mit ihrem afrikanischen Tanz und Gesang begeistert haben. In Deutschland haben die zwei dann eine weitere Feier organisiert und haben mit Freunden und Verwandten gefeiert, die nicht in Afrika dabei sein konnten.

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Wenn Benny Rebel in Hannover ist, dann ist er mit Ehefrau Miriam an der Ihme unterwegs oder in der Eilenriede. „Die Fotosafaris sind körperlich sehr anstrengend. Aber immer, wenn ich dann draußen in der Natur bin, kann ich die Reset-Taste drücken und abschalten“, beschreibt er. Das gebe ihm viel Kraft für die stressigen Zeiten am Schreibtisch.
Das besondere Erlebnis „Afrika“ und nicht zuletzt sein fotografisches Know-how möchte der Autodidakt, der seine erste professionelle Kameraausrüstung bei einem Gewinnspiel gewonnen hat, gerne an andere Menschen weitergeben: auf Foto-Abenteuer-Safaris (…)
„Diese Reisen werden eine Mischung von Abenteuer und Luxus sein und deshalb besonders interessant, weil z.B. in der Serengeti zu unseren Reisezeiten die Gnus und Zebras ihre Babys bekommen. Das zieht auch die Raubtiere an, die wir dann garantiert vor die Kamera bekommen werden.“
Der Mentor wird seinen Gästen dann rund um die Uhr mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Doch etwas anderes ist ihm ebenfalls wichtig: „Die Mitreisenden sollen dabei auch auf eine Reise zu sich selbst gehen können.“
Damit habe er viel Erfahrung, schließlich seien seine ersten Touren durch Afrika für ihn die prägendsten gewesen, sagt er und ist immer noch begeistert: „Es ist zum Beispiel gigantisch, die absolute Stille in der Wüste zu empfinden.“
Wer auch ohne mitzureisen vom Know-how des Fotografen profitieren möchte, kann sich mit Benny Rebels Foto-Ratgeber fortbilden: „Bild-Design. Einfache Wege zu besseren Bildern“ heißt es und ist als E-Book und CD-Version erschienen.

Das Buch gibt es bei www.eyc.de
Von S.Krings

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