HABEN SIE NIE ANGST, HERR REBEL?

Life

Das Magazin "life" berichtet in der Ausgabe 03 . 2006 über Benny Rebel und sein Buch "UNGEZÄHMT"

Dem Umweltschützer und Fotografen Benny Rebel gelingen spektakuläre Nahaufnahmen wilder Tiere. Exklusiv in Life! spricht er über das Geheimnis seines Erfolgs, wütende Nashornmütter und seine tiefe Verbindung zu gefährlichen Vierbeinern

docu0001

Fragt man Benny Rebel, ob man ihm einen Kaffee anbieten dürfe, bekommt man garantiert einen Korb. Seine prompte Antwort: "Nein danke. Ich trinke weder Kaffee noch schwarzen Tee. Die Pflanzen werden dort angebaut, wo Regenwald wachsen sollte."
Kaum ist der erste Faux Pas mit einem Becher Kräutertee umschifft, steuert man zielsicher ins nächste Fettnäpfchen. "Sie als Tierfotograf..."- "Ich sehe mich in erster Linie als Tierschützer, nicht als Fotograf", unterbricht Benny Rebel dann. "Ich fotografiere Tiere, weil ich die Menschen wachrütteln und mobilisieren will, etwas für den Umweltschutz zu tun!" Im Gespräch mit dem gebürtigen Iraner, der in Hannover lebt, wird schnell klar: Benny Rebel hat eine Vision. Der 38-Jährige will mit seinen Fotos in den Menschen Emotionen wecken und ihnen die Schönheit der Natur ins Bewusstsein rufen. Dafür riskiert er sein Leben. Er nähert sich den gefährlichsten Tieren bis auf Armesbreite. Das wagt kein anderer Tierfotograf. Seine Kollegen machen ihre Fotos aus dem Jeep heraus, Benny Rebel ist mitten im Geschehen. So gelingen ihm lebensechte Bilder aus ungewöhnlichen Perspektiven.

Life!: Wie gelingt es Ihnen, sich den Tieren zu nähern?

Rebel: Man braucht sehr viel Erfahrung und ein gutes Gespür. Ich habe schon als Fünfjähriger Schlangen gefangen und später eine Rangerausbildung gemacht. Tiere sind berechenbarer als Menschen. Nur wer Situationen richtig einschätzen kann und die Signale versteht, die sie aussenden, kann sich ihnen nähern.

Life!: Welche Tiere fotografieren Sie am liebsten?

Rebel: Ich fotografiere gern Arten, die vom Aussterben bedroht sind, z.B.Nashörner. Der schönste Moment war der, als ich eine Nashornmutter mit ihrem Baby aus einer Distanz von nur einem Meter fotografiert habe. In der Tierwelt gibt es kaum eine gefährlichere Situation, denn Nashornmamas mit ihren Neugeborenen sind wie tickende Zeitbomben. Niemand kann erklären, warum das Tier in dieser Situation so ruhig geblieben ist.

Life!: Ist Ihnen bei Ihrer Arbeit schon mal etwas zugestoßen?

Rebel: Viele fragen mich, ob ich die Aufnahmen aus einem Glaspanzer heraus mache. Ich bin aber völlig ungeschützt, oft allein unterwegs und trage auch keine Waffe bei mir. Ich würde es sowieso niemals übers Herz bringen, sie gegen ein Tier zu richten. Ich wurde schon von fast allen Tierarten angegriffen, die es in freier Natur gibt. Erstaunlicherweise ist mir nie etwas passiert. Würde ich mich fürchten, könnte ich viele Bilder nicht machen. Raubkatzen z.B.merken sofort, wenn ein Mensch Angst hat. Dann greifen sie an, denn sie wissen, dass man eine leichte Beute ist.

-Benny Rebels Bildband "Ungezähmt- Tiere der Wildnis" (Herbig,ISBN 3-7766- 2484-1, 39,90 Euro) enthält viele faszinierende Fotos wilder Tiere. Sie sind in über acht Jahren in Afrika und auf den Galapagos-Inseln entstanden. Zehn Prozent des Verkaufserlöses spendet der Autor für das Projekt "Mensch und Tiger".
Mehr Infos: www.bennyrebel.com

Kommentare sind deaktiviert

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen