Fotospiegel / März 2011

Benny Rebel:Abenteuer Wildnis

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Oben: Das Bild mit dem ferngesteuerten Oktokopter plus NEX-5 zeigt Benny Rebel in Südafrika bei ersten Tests. Durch die Videobrille kontrolliert er mit dem linken Auge das Fluggerät und mit dem rechten das, was die Kamera sieht. Eines der Resultate: die Luftaufnahme des Geparden mit seinem perfekten Schatten.

«Was ist die höchste Auszeichnung für einen Fotografen? Für mich lautet die Antwort: wenn er durch seine Bilder tiefe Gefühle beim Betrachter weckt – Staunen, Freude, Ehrfurcht vor der Natur oder auch Entsetzen über ihre Zerstörung. Das gelingt Benny Rebel mit jeder einzelnen Aufnahme. »

Diese lobenden Worte schrieb kein Geringerer als der international bekannte Tierfilmer und Buchautor Prof. Heinz Sielmann – das große Vorbild von Benny Rebel, der inzwischen selbst höchste internationale Auszeichnungen für seine spektakulären Tieraufnahmen, aber auch für sein Engagement zum Schutz wilder Tiere erhielt.

Wenn Sie die wundervollen Tieraufnahmen hier betrachten, sollten Sie den kurzen Film auf seiner informativen Homepage, www.Benny-Rebel.com betrachten. Er zeigt eindrücklich, wie nahe sich Benny Rebel wirklich an wilde Tiere herantraut.

Geboren wurde Benny Rebel 1968 im Iran. Mit 19 Jahren kam er nach Deutschland, wo er nach seiner Ausbildung zum Feinmechaniker und nach dem Abitur erst Ingenieur studieren wollte, aber dann als engagierter Naturschützer die Fotografie als seine eigentliche Passion entdeckte. Die Liebe zur Kreatur begann aber viel früher, wie er uns im spannenden Interview erzählte:

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Links oben: Ein Geparden-Kind wurde im guten Licht fotografiert. Links: «Der Löwe ertastet neugierig die Frontlinse meines Carl Zeiss 16 – 35 mm f2.8 an der Alpha 900. Das Gesicht zeigt keinerlei Aggressionen, sonst wären die Ohren angelegt.» Beim Bild des Zebras wurde der Fotograf von den Kontrasten der Linien verzaubert.

Fotospiegel: Die vermutlich obligate Frage beim Betrachten ihrer spektakulären Tierfotografien: wie trauen Sie sich so nahe an wilde Tiere heran?
Benny Rebel: Ganz einfach – seit meiner Kindheit beschäftige ich mich mit freilebenden Tieren. Mit sieben Jahren kam ich zu den Pfadfindern, und in den Bergen Irans begann ich, Tiere zu beobachten. Ich fing damals auch giftige Schlangen und merkte, dass ich einfach durch meine blitzschnelle Reaktion, aber auch durch das Studieren der Verhaltensweise besser mit Tieren umgehen konnte als andere. Offenbar wurde mir der Umgang mit gefährlichen Tieren in die Wiege gelegt. Viele Jahre später habe ich dann in Südafrika eine Ausbildung zum Ranger absolviert. Das half und hilft mir natürlich ungemein.

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Oben links: «Die Grünen Meerkatzen werden – wie Paviane – oft als Plage bezeichnet. Ich musste sehr viel Zeit, Geduld und Wissen mitbringen, da ich mich mit bestimmten Tieren anfreunden musste, um von der Gruppe respektiert zu werden. Nur so konnte ich emotionale Bilder aus kürzester Distanz aufnehmen.» Der Pavian auf dem Bild wurde in Südafrika im Auftrag einer Tierschutzorganisation aufgenommen, die sich dort für Paviane stark macht. Diese werden oft zu Unrecht als Plage bezeichnet, weil sie sehr intelligent und flink sind und sich manchmal von Sachen ernähren, die Menschen als ihr Eigentum betrachten. Das Giraffenbild ist ein fototechnischer Trick - der fällt unter das Berufsgeheimnis! «Ich habe mich in den vergangenen Jahren mit unterschiedlichen Tricks immer näher an dieses Krokodil heran gepirscht, und die Aufnahmen wurden stets unmittelbarer. Ich vermute, dass wir uns mittlerweile gut verstehen!»

FS: Sie bezeichnen sich auch als Tierschützer und unterstützen verschiedene Projekte zum Schutz von Tieren; so engagierten Sie sich etwa aktiv zur Rettung der durch Wilderer bedrohten Nashornbestände in Afrika und nennen Ihre Medien-Organisation «Tshukudu», ein afrikanisches Wort für Nashorn, das auch auf Ihrer Website www.bennyrebel.com erscheint.
Wie kam es dazu?

BR: Eigentlich hätte ich ja Ingenieur werden sollen, aber inzwischen kam ich mit Greenpeace und später mit dem WWF (World Wildlife Found) in Kontakt und erfuhr, wie bedroht unsere ganze Natur und insbesondere die Tierwelt sind. Je mehr ich erfuhr, umso stärker kam der Naturschützer in mir zum Vorschein und ich merkte, dass mein Herz für die wilden Tiere schlägt.

FS: Sind Sie nun mehr Fotograf und Filmer oder Naturschützer?

BR: Dazu muss ich etwas ausholen: Meine erste Reise nach Afrika begann ich als reiner Abenteurer, durchquerte ganz Uganda per Fuß, übernachtete im Zelt dort, wo auch die Löwen schlafen – und brachte mit meiner Plastikkamera nur technisch schlechte Fotos nach Hause, die aber meine Freunde durch ihren Inhalt so begeisterten, dass ich beschloss, das Fotografieren besser zu erlernen. Meine Berufungen als Naturschützer und Fotograf kann ich nicht trennen, habe ich doch die Möglichkeit gefunden, beides zu kombinieren. Heute blicke ich auf vier erfolgreiche Bücher und unzählige TV-Auftritte zurück und führe ein komplett ausgefülltes, glückliches Leben.

FS: Das klingt wundervoll. Doch zum Schluss noch eine technische Frage: Wie sieht ihr fotografisches Equipment aus, und gibt es eine bestimmte Art von fotografischer Philosophie?

BR: Seit drei Jahren bin ich aus Überzeugung mit Sony-Kameras unterwegs. Normalerweise fotografiere ich mit Alpha-900-Gehäusen, und wenn es ums Gewicht geht, etwa bei Aufnahmen vom Elektro-Mikrokopter aus, mit der NEX-5.

FS: Wenn Sie planen, bestimmte Tiere zu fotografieren, wie gehen Sie dann vor?

BR: Wie ein Filmemacher! So fotografiere ich immer nach einem Drehbuch, in welchem ich vorher genau festlege, welche Tiere ich auf welche Weise fotografisch festhalten möchte – eine Vorgehensweise, die meine vielen Freunde unter den professionellen afrikanischen Rangers regelmäßig zu Lachstürmen bringt. Aber nur, bis sie die Resultate sehen!

FS: Benny Rebel, wir danken herzlich für
das interessante Gespräch

 Bücher und Fotoreisen

«Ungezähmt», Herbig Verlag,
ISBN 3-7766-2484-1

«Die Tiere Afrikas in 3-D», terra magica
Verlag, ISBN 978-3-7243-1001-3

«Mein Abenteuer Wildnis», terra magica
Verlag, ISBN 978-3-7243-1027-3
«Bild-Design, einfache Wege zu besseren Bildern», erscheint bei www.enjoyyourcamera.com
Seit 2012 bietet Benny Rebel exklusive Fotoreisen nach Afrika an. Aktuelle Infos  unter www.bennyrebel.com

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Links: «Bei diesem Gepardenbild fand ich das schöne Licht und die Spiegelung im Wasser sehr fotogen.» Rechts davon: Löwen sind immer aggressiv und schlecht gelaunt, während sie fressen – sowohl ihren Artgenossen gegenüber als auch allen anderen Lebewesen.

 

 

 

»Links oben: Der fauchende Leopard war beim Fressen. Der Geruch von Blut und Fleisch macht die Raubkatzen aggressiv, und das muss ein Tierfotograf wissen, um erstens länger am Leben zu bleiben und zweitens zur richtigen Zeit zu solchen Aufnahmen zu kommen.

»Links oben: Der fauchende Leopard war beim Fressen. Der Geruch von Blut und Fleisch macht die Raubkatzen aggressiv, und das muss ein Tierfotograf wissen, um erstens länger am Leben zu bleiben und zweitens zur richtigen Zeit zu solchen Aufnahmen zu kommen.Links unten: «Das Gepardenbild habe ich mit extremer Weitwinkeloptik aufgenommen. Es handelt sich um das Kind der getöteten Gepardin. Mit ihm bin ich quasi per Du.

Links unten: «Das Gepardenbild habe ich mit extremer Weitwinkeloptik aufgenommen. Es handelt sich um das Kind der getöteten Gepardin. Mit ihm bin ich quasi per Du.

 

 
 

 

 

 

 

 

 

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Links: «Das Bild der Geparde wurde in Südafrika aufgenommen, kurz bevor die Gepardenmutter von Löwen getötet wurde. Es ist ein trauriges Ende einer Gepardin, die von Menschenhand aufgezogen, dann komplett unabhängig wurde und später ihre Babies in der Wildnis zur Welt brachte. Als die Löwen sie töteten, trauerte und weinte ich tagelang, obwohl ich wusste, dass dies der ganz normale Gang in der Natur ist.»

 

 

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