Der Verlauf unserer fantastischen Fotoreise während der letzten Tage.

09.10.2016

Hallo liebe Freunde,

ich sende Euch herzliche Grüße aus Botswana zu. In den letzten Tagen konnte ich leider nicht aus der Wildnis berichten, da wir im Okavango Delta keinen Internetzugang bekommen konnten.
Wir hatten einige sehr spektakuläre Tiersichtungen, worüber ich weiter unten berichten möchte und die Teilnehmer meiner Fotoreise und ich konnten tolle Fotos aufnehmen.
Zunächst schreibe ich die Liste der bisher gesichteten Tiere auf. Auf unserer bisherigen Fotosafaritage haben wir folgende Tiere gesichtet und fotografiert:

  • Löwen = 46
  • Leoparden = 7 - Davon 2 Baby-Leoparden von 2 verschiedenen Weibchen
  • Afrikanische Wildhunde = 33
  • Hyänen = 25
  • Geparde = 2
  • Honigdachse = 5
  • Schakale = 30
  • Elefanten = Sehr viele
  • Büffel = Sehr viele

Unzählige Vögel wie zum Beispiel Schreiseeadler, Eisvögel, unterschiedliche Reiher, Kraniche und Raubvögel, sehr viele Antilopen wie z.B. Säbelantilopen, Roan und unzählige weitere Tiere.

Nun berichte ich Euch, was in den letzten 7 Tagen so alles auf unserer Fotoreise passiert ist.

Am ersten Tag unserer Fotosafri haben wir ein Löwenmännchen und ein Weibchen gefunden, die einer Büffelherde folgten. An sich nichts besonders. Bei diesem Pärchen jedoch sah das Weibchen wie ein erwachsenes Löwenmännchen aus. Sie hatte eine Mähne wie ein Männchen und solange man nur ihren Kopf gesehen hat, konnte man überhaupt nicht erkennen, dass sie ein Weibchen war. Erst als sie aufstand und ging, konnten wir erkennen, dass sie ein Weibchen ist. Der Grund für dieses Aussehen, das sehr selten in der Tierwelt vorkommt, liegt darin, dass solche Weibchen mit sehr viel Testosteron auf die Welt kommen. Sie haben sehr viel mehr männliche Hormone und deswegen sehen sie aus wie ein Löwenmännchen. Solch einen extremen Fall hatte ich jedoch noch nie zuvor gesehen. Diese war eine sehr seltene und interessante Sichtung auf unserer Fotosafari und wir haben sehr viele Fotos von diesem ungewöhnlichen Pärchen beim besten Morgenlicht aufnehmen können.

Am darauffolgenden Tag haben wir ein Leopardenweibchen entdeckt, als sie sich einen Baum von unten anschaute. Kurze Zeit später kletterte sie den Baum hoch und dort oben ging ein Gefauche und Geknurre los, das man sehr weit hören konnte. Es fand hoch oben auf dem Baum ein Kampf statt und zwar zwischen zwei Leoparden. Nach einiger Zeit wurde der Kampf so heftig, dass beide Leoparden aus etwa 5 Metern Höhe - in sich verkrallt - herunter fielen. Das war sensationell und es fand direkt vor unseren 2 Fahrzeugen statt. Die Teilnehmer meiner Fotoreise und ich waren total begeistert, so etwas spektakuläres und seltenes erlebt zu haben. Die Leoparden Kämpften noch auf dem Boden für eine Weile, bis sie dann ins Dickicht verschwanden.

Meine Botswana-Fotosafari ist so konzipiert, dass die Teilnehmer der Reise und ich möglichst viele hautnahe Begegnungen mit Wildtieren haben. Somit haben wir die ersten 8 Übernachtungen in großräumigen Zelten organisiert, damit wir auch in der Nacht die Geräusche der Wildnis wahrnehmen und genießen können. Unsere Köche kochen für uns auf dem offenen Feuer und wir schlafen dort, wo die Wildtiere schlafen. Dies hat zur Folge, dass wir regelmäßig in der Nacht tierischen Besuch haben. Manchmal kommen die Löwen zur Besuch, manchmal Elefanten und sehr häufig die Hyänen. Eine der Hyänen, die uns an einer Nacht besucht hat, wollte gerne mit unseren Stühlen spielen und hat einen davon aus unserem Camp weggeschleppt. Als einer unserer Guides den Stuhl von der Hyäne zurückholte, war der Stuhl bereits kaputtgekaut. Die Hyänen haben ein sehr starkes Gebiss und können selbst Metallstühle kaputtkauen. Die Rufe der Hyänen sind fast jede Nacht von nah und fern zu hören. Ebenfalls die Rufe der Löwen, die durch ihr Territorien ziehen. Ich liebe diese nächtlichen Buschgeräusche auf unseren Fotosafaris.

In den letzten Tagen während unserer Fotoreise haben wir 33 Wildhunde gesehen. 12 in einer Familie und 21 in einer anderen. Die Familie, die 12 Mitglieder hatte, haben wir zwei Mal gesehen und sehr lange beobachten können. An einem frühen Morgen haben sie ungewöhnlich lange zusammen gespielt und gerauft, sodass wir sie sehr gut fotografieren und beobachten konnten. Am darauffolgenden Tag haben wir dieselbe Wildhund-Familie bei der Jagd beobachtet.

Sie liefen durch ihr Territorium und suchten nach geeigneter Beute. Wir folgten ihnen in den Bush für etwa 45 Minuten, bis sie kurz nach dem Sonnenuntergang einen Impala-Bock an einem Wasserloch erwischt haben. Direkt vor unserem Safarifahrzeug haben sie den Impala-Bock getötet und zu fressen begonnen. Während sie dabei waren, die Beute zu vertilgen, kam plötzlich ein riesengroßes Krokodil aus dem Wasser heraus, das die Beute der Hund stehlen wollte. Das Krokodil kam direkt hinter unser Auto und die Wildhund wurden nervös. Sie schleppten ihre Beute weg vom Wasser und griffen das Krokodil an. Es war spektakulär, nur 3 Meter weiter weg zu sitzen und dieses Ereignis live miterleben zu können. Wenig später kamen Flusspferde aus dem Wasserloch heraus, die dann auch von den Wildhunden attackiert wurden. Die kleinen und mutigen Wildhunde haben auch die riesigen Flusspferde in die Flucht geschlagen. Das war eine sehr spannende Sichtung auf unserer Fotoreise.

Eine weitere sehr sensationelle Begegnung, war eine mit einem Geparden, der auf der Jagd war. An einem Nachmittag haben wir über 2 Stunden diesen Geparden verfolgt, um ihn bei der Jagd beobachten und fotografieren zu können. Ganz spät nach dem Sonnenuntergang hat der Gepard einen Versuch gestartet, der leider nicht erfolgreich war. Es war für uns nun sehr spät und wir mussten wieder zurück zu unserem Camp.
Am darauffolgenden Morgen suchten wir erneut nach diesem Geparden und fanden ihn nahe der Stelle, wo er am Abend zuvor jagen wollte. Nach kurzer Zeit fanden wir den Geparden mit einigen Blutflecken an seinem Körper. Die Blutflecken verrieten uns, dass der Gepard gejagt hatte. Sein Bauch war jedoch nicht sonderlich voll. Wenige Hundert Meter weiter haben wir plötzlich Hyänen gesehen, die sehr eilig unterwegs waren. Wir fuhren dahin, um zu sehen, was da los war und sahen, dass eine sehr große Hyäne ein frischgetötetes Impala-Weibchen frisst und 3 Meter über ihrem Kopf auf dem Baum ein Leopard saß. Die Rinde des Baumes war bis etwa 2 Meter Höhe Blutverschmiert und die Hyäne verschlang das Fleisch so schnell wie sie nur konnte. Aus den gegebenen Indizien haben wir dann das Geschehene zusammensetzen können.

Es wird wohl folgendes passiert sein:
Der Gepard hatte das Impala-Weibchen getötet und als er dabei gewesen ist, es zu fressen, ist der Leopard gekommen und hat die Beute dem Geparden weggenommen. Als der Leopard dabei gewesen ist, die gestohlen Beute wegzuschleppen und den Baum hochzutragen, ist die Hyäne drauf aufmerksam geworden und das Impala, das auf 2 Metern Höhe war heruntergerissen. Somit hat ein Dieb einem anderen Dieb etwas gestohlen.

Die Hyäne hat etwa 80% des Impalas aufgefressen und den Rest mit zu ihrem Rudel geschleppt. Zurück blieben nur einige kleine Stücke aus dem Magen des Impalas. Als die Hyäne einige Meter weiter weg ging, kletterte der Leopard sofort den Baum herunter und fing an, das zu fressen, was die Hyäne nicht wegschleppen konnte. Dabei wurde es plötzlich sichtbar, dass das Impala-Weibchen schwanger gewesen ist und das ungeborene Baby-Impala wurde zum Frühstuck für den Leoparden. Das Baby-Impala war wohl bereits kurz vor der Geburt, da alle Organe komplett ausgebildet und für uns gut sichtbar waren. Es ist zwar traurig für das Impala-Weibchen und ihr Baby aber das ist die Natur und durch das Sterben der Beutetiere wird das Überleben der Jäger gesichert.
Auf unserer Fotoreise haben wir noch einige weitere Highlights gehabt, die aber den Umfang dieses Berichtes sprengen würden, wenn ich sie alle hier aufschreiben würde.

In diesem Sinne, verabschiede ich mich von Euch für Heute und wünsche Euch ein schönes Fernweh!

Herzliche Grüße aus Botswana sendet Euch

Benny Rebel

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